Malaria |
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Häufig unterschätzt, aber wieder auf dem Vormarsch:
Die Malaria ist die Tropenkrankheit mit der größten Verbreitung. An
ihr erkranken ca. 200 Millionen Menschen jährlich. Die Zahl der
Todesfälle liegt bei ca. 2 Mio. Opfern.
Die Übertragung der Malaria erfolgt über einen Stich der Anophelesmücke. Symptome: Erst die rhythmischen Fieberanfälle, die je nach Erreger von unterschiedlicher Dauer sind, geben einen Hinweis auf die Art der Erkrankung (ausgenommen der Malaria tropica). Dabei treten Fieberschübe bei der
Da die rhythmischen Fieberschübe bei der Malaria tropica ausbleiben, ist die Gefahr einer Fehldiagnose hoch. Grundsätzlich sollte also bei Auftreten der oben genannten Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden, um eine entsprechende Diagnostik möglichst schnell einleiten zu können. Diagnose: Vorbeugung: Cave: Therapie: Das Problem der Behandlung der Malaria schien vor einigen Jahrzehnten durch die Einführung des Chloroquins gelöst worden zu sein. Leider ist die Therapie der Malaria heute jedoch wieder von großer Aktualität, da es mittlerweile zu einer weltweiten Verbreitung insbesondere chloroquinresister Malariaerreger, Plasmodium falciparum, gekommen ist. Die Malariatherapie ist durch Resistenzen auch gegen andere Medikamente zusätzlich erschwert. Chinin: Chinin ist das älteste Malariamittel und erlebt heute aufgrund der vielfältigen Resistenzen gegen neuere Mittel gerade in der Therapie der schweren Formen der Malaria eine Renaissance. Es kann als Tablette und als Injektion, sowohl in die Vene als auch in den Muskel angewandt werden. Die Tatsache, daß Chinin zu Schwangerschaftsunterbrechungen führen kann, bildet jedoch keine Kontraindikation für die Anwendung bei einer schweren Malaria auch bei Schwangeren. Da es auf die erythrozytären Formen, also auf die in die Erythrozyten eingedrungen Parasiten, wenig Einfluß hat, ist es zur Prophylaxe nicht zu empfehlen. Chinidin, eine Abwandlung des Chinins, ist ebenso wirksam wie Chinin, ist allerdings toxischer für das Reizleitungssystem des Herzens. Chloroquin: Chloroquin (z.B. Resochin ®) ist trotz der Entwicklung von Resistenzen eines der wichtigsten Mittel für die Behandlung und Prophylaxe der Malaria - natürlich auf Gebiete ohne Chloroquin-Resistenz beschränkt. Es wird als Tablette oder Injektion angeboten. Da bei der Therapie relativ wenige Nebenwirkungen auftreten, eventuell Kopfschmerzen oder Übelkeit, war Chloroquin außerordentlich weit verbreitet. Bei einer Anwendung in der Malariaprophylaxe besteht jedoch bei langer Anwendungsdauer, ab ca. 5 Jahre, das Risiko von Netzhautschäden am Auge. Das zur selben Substanzgruppe (4-Aminochinolone) wie Chloroquin gehörende Amodiaquin (z.B. Camoquin), entspricht in seiner Wirkung dem Chloroquin. Es wird aber wegen gelegentlich beobachteter schwerer Nebenwirkungen, die in Einzelfällen sogar zum Tode geführt haben, nur noch selten zur Therapie und gar nicht mehr zur Prophylaxe eingesetzt. Mefloquin: Dieses Medikament (z.B. Lariam ®) ähnelt strukturell dem Chinin und hat sich infolge seiner Wirksamkeit gegen chloroquinresistente Plasmodien überall durchgestzt. Es zeigt aber wesentlich stärkere Nebenwirkungen wie das Chloroquin, Benommenheit und Schwindel werden dabei aber eher als unangenehm empfunden, als daß sie gefährlich wären. Hin und wieder wird von psychotischen Nebenwirkungen berichtet. Diese Nebenwirkungen treten allerdings während der Prophylaxe der Malaria wesentlich seltener als bei der Therapie einer bereits eingetretenen Infektion auf, was auf die geringere Dosis bei der Prophylaxe zurückzuführen ist. Mefloquin ist für Schwangere in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft und für Kleinkinder nicht geeignet. Sulfadoxin-Pyrimethamin: Pyrimethamin allein (z.B. Daraprim ®) allein führt sehr schnell zur Entwicklung von Resistenzen und ist somit nicht zur Prophylaxe geeignet. Es wird heute vorwiegend als Kombination (z.B. Fansidar) mit Sulfadoxin, einem Sulfonamid, verwendet. Da auch hier zunehmend Resistenzen auftreten und insbesondere bei der Anwendung als Prophylaktikum schwere, teilweise sogar tödlich verlaufende Nebenwirkungen beobachtete wurden, ist diese Präparat in Deutschland nicht mehr im Handel. Halofantrin: Dieser Wirkstoff steht seit Ende der 80iger Jahre als Halfan zur Verfügung, ist aber auf die orale Anwendung beschränkt. Er ist besonders wirksam gegen Plasmodium falciparum. Aufgrund einer möglichen Beeinflussung des Reizleitungssystems des Herzens ist der Einsatz bei Patienten mit Herzerkrankungen eingeschränkt. Aufgrund dieser zwar seltenen, in Einzelfällen aber lebensgefährlichen Nebenwirkungen sollte dieser Wirkstoff trotz seiner guten Wirksamkeit nicht für die notfallbedingte Selbsttherapie verwendet werden. Tetrazykline: Tetrazykline (z.B. Doxycyclin) werden gelegentlich in Kombination mit Chinin bei Resistenzproblemen eingesetzt. In dieser Form sind sie prinzipiell auch zur Prophylaxe anwendbar. Als Einzelsubstanzen sind sie wegen ihres verzögerten Wirkungseintrittes nicht zu empfehlen. Proguanil: Dieser Wirkstoff wird jetzt wieder öfter eingesetzt und ist besonders gegen die in der Leberzelle existierende Form von Plasmodium falciparum wirksam. Sie wird häufig zur Prophylaxe, oft in Kombination mit Chloroquin, verwendet. Nach der Einnahme kann es vorübergehend zu Haarausfall und/oder Magen-Darmbeschwerden kommen. Primaquin: Primaquin ist besonders gut gegen die erythrozytären Parasitenstadien wirksam, speziell von Plasmodium vivax. Es ist zur Vermeidung von Rezidiven für die Nachbehandlung der Malaria tertiana geeignet. Die Einnahme ist auf 2 Wochen beschränkt, Nebenwirkungen sind selten. Artemisinin: Aus der Pflanze Artemisia annua konnte eine Substanz, das Quinghaosu, isoliert werden. Es wird bereits seit langem in Südostasien vor allem gegen die Malaria, aber auch gegen Fieber eingesetzt. Abkömmlinge des Arteminins, wie z.B. Arthemeter oder Artesunat sind in der Behandlung der chloroquinresistenten Malaria tropica wirksam. In Deutschland sind sie noch nicht zugelassen. Der Vorteil besteht darin, dass es keinerlei Nebenwirkungen zeigt. Die Behandlung (vor allem der Malaria
tropica) muss so
früh wie möglich begonnen werden, im Verdachtsfall auch ohne
das vorliegende Ergebnis des mikroskopischen Parasitennachweises.
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