| Auszüge aus meinem
persönlichen Reisetagebuch von 2001 Auf meiner ersten
Fahrt nach Tansania schlug ich alle Empfehlungen in den Wind wie z.B.
mit einem Safariunternehmen zu fahren, dass mir von mir bekannten Personen
empfohlen wurde, die bereits gute Erfahrungen mit diesem Unternehmen
gemacht hatten oder mir das Safariunternehmen selbst zeigen zu lassen,
incl. seiner Fahrzeuge und Fahrer. Dann wurde ich von dem typischen
deutschen Wahn verfolgt, möglichst billig auf Safari zu gehen,
bzw. ein "Schnäppchen" zu machen. Bei der großen
Nachfrage nach Safaris, werden leider auch immer wieder Betrüger
auf den Plan gerufen: ich ignorierte alle Wahnhinweise wie eine diese
Häufung von Zufällen (ja, zufällig führen wir übermorgen
genau diese Safari durch und zufällig fehlen genau noch zwei Personen,
damit das Auto voll wird, und zufällig sind die Mitreisenden auch
Deutsche und zufällig haben wir zur Zeit ein verbilligtes Sonderangebot
und zufällig spricht der Fahrer auch ein bißchen Deutsch
und zufällig...) sollte dich extrem mißtrauisch machen. Lass
dir die Hotels der (angeblichen) Mitreisenden (schade, zufällig
wohnen diese weit außerhalb der Stadt und werden dort auf dem
Weg zum Nationalpark abgeholt) nennen und suchst du diese auf, überprüf
alle Angaben, sprich mit mehreren Angestellten (widersprüchliche
Angaben!). Auch seine Safari erst in Tansania zu buchen ist nicht billiger,
oftmals tritt genau das Gegenteil ein. Am 1.Tag fuhren wir mit unserem Mini-Bus und 9 Insassen incl. ein Fahrer und Koch von Arusha in Richtung Lake Manyara los. Auf der Teerstraße bis nach Makujuni kamen wir auch ganz gut vorran. Aber kurz nachdem wir auf die Piste nach Mto Wa Mbo (Lake Manyara) abbogen stecken wir fest. Es hatte die letzten Tage geregnet und die Piste war eine einzige Schlammwüste. Der Mini-Bus hatte trotz Zusage keinen 4-Wheel-Drive auch unter Zuhilfenahme der Hände aller Passagiere konnten wir ihn nicht freibuddeln. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass der Fahrer keine Schaufel mit hatte. Da unser Fahrer die Hauptpiste verlassen hatte, da diese gnadenlos tiefe Spurrillen hatte, die wir ohnehin nie mit unserem Bus hätten passieren können, dauerte es fast 5 Stunden, bis ein Jeep vorbei kam, der uns freischleppte (erste Garnitur Klamotten war bereits dahin, sprich völlig verschlammt!). Also kamen wir erst spät am Abend in Mto Wa Mbo an. Na macht nichts, dachte ich mir, ist halt Afrika. Eigentlich sollte es ja heute noch auf Pirschfahrt in den Manyarapark gehen, da aber in diesen Breiten die Sonne um 18:30 untergeht, verschoben wir die Fahrt auf morgen früh. Am 2.Tag sind wir früh aus unseren Betten um heute ein wenig Zeit von gestern aufzuholen. Leider lag unser Fahrer mit über 40 Fieber und Malaria im Bett und krampfte! Also haben wir schnell einen Fahrer aufgetan, der unseren Fahrer ins Hospital nach Karatu fuhr. Da er zufällig kaum Bargeld bei sich hatte, übernahmen wir just seine Behandlungskosten. Der Arzt in Karatu sagte uns, die nächsten 4-5 Tage bräuchten wir nicht mit ihm zu rechten, falls er seine zerebrale Malaria überhaupt überlebt. Also zurück nach Mto Wa Mbo. Wir entschieden uns trotz der widrigen Begleitumstände die Safari fortzusetzen. Wir entschieden, dass unser Koch nun nicht nur kochen müsse, sondern halt auch den Wagen fahren solle. Gedacht getan. Leider hatte unser Koch keinen Führerschein (von uns hatte leider auch niemand einen internationalen Führerschein dabei), er war ja Koch und kein Fahrer! Nach kurzem Kriegsrat entschieden wir uns das Safariunternehmen in Arusha anzufunken, damit die uns einen neuen Fahrer schicken. Zu damaliger Zeit gab es dort noch kein Telefon! Sie teilten uns mit, sie würden jemanden aus Mto Wa Mbo schicken. Zufällig würde ein anderer Fahrer des Unternehmens dort wohnen. Gegen Abend traf dieser dann auch ein. Dies war nun Tag 2 unser Safari und wir waren noch in keinem einzigen Park! Am Morgen des 3.Tages fuhren wir nun in den Manyara Park. Leider sahen wir keine Tiere, da sie erst Nachmittags nach der großen Hitze aus dem Busch kommen und sich fotografieren lassen. Man muß wissen, das der Manyara Park sehr, SEHR bewaldet ist und wenn die Tiere keine Lust haben sich zu zeigen sieht man halt keine. Wir standen nun vor der Entscheidung weiter in Richtung Ngorongoro zu fahren oder in Mto Wa Mbo zu bleiben, um am Nachmittag nochmal in den Manyara-Park zu fahren. Im Park zu warten hatte keinen Sinn, da wir nicht genug Wasser für den ganzen Tag im Auto hatten. Andersrum kostete uns dann der Parkeintritt nochmals 25 US$ pro Person extra, die mit dem Safaripreis ja nicht abgedeckt waren. Da ja eigentlich nur der einmalige Besuch des Parks geplant war. Wir stimmten ab. 4 zu 3 stimmten für's Bleiben, man wolle schließlich die berühmten in den Bäumen schlafenden Löwen sehen. Also sind wir erstmal zum Essen zurück nach Mto Wa Mbo und sind dann am späten Nachmittags wieder zurück in den Park. Auf dieser Tour sahen wir viele Tiere auch endlich Elefanten und diese ganz nah am Auto.Tief befriedigt sind wir dann bei Einruch der Dunkelheit wieder aus dem Park, zurück nach Mto Wa Mbo. Löwen in den Bäumen hatten wir aber nicht gesehen. Na, vielleicht nächstes Jahr. Am Morgen des 4.Tages sind wir dann weiter in Richtung Karatu und Ngorongoro. Mit einem Wort: unbeschreiblich. Vor Einfahrt in den Krater mußten wir noch "schnell" ein anderes Fahrzeug auftreiben, da man in den Krater nur mit einen 4WD rein darf. Diese Aktion hat nur 4 Stunden gedauert. So bleiben uns immerhin noch 3 Stunden für den Krater. Natürlich viel zu wenig. Wer den Krater mal erlebt hat, wird bestätigen, dass man mindestens einen vollen Tag braucht oder sogar noch mehr. Abends fein in der Crater-Lodge gegessen und geschlafen. Tag 5: Früher Aufbruch in Richtung Serengeti. Kurz noch mal in der Wiege der Menschheit, der Olduvai-Schlucht vorbeigeschaut. Kann ich nur jedem empfehlen. Sehr interessantes kleines Museum der Menschheitsgeschichte am Rand der Schlucht. So, nun aber endlich zu den unendlichen Weiten der Serengeti. Nach ungefähr 45 km blieb unser Wagen liegen. Wir sind mittlerweile zu einem Toyota Landcruiser gewechselt, da der Mini-Bus seinen Geist komplett aufgab. Zum Glück waren wir nur wenige Kilometer (Angabe vom Fahrer) von unserer Campsite, zu der wir hin wollten entfernt. Also nahmen wir das notwendigste Gepäck und den Koch mit und liefen mal eben die kurze Strecke. Der Fahrer wurde zurückgelassen, da er den Wagen reparieren wollte. Erst spät am Abend fragten wir uns mit was und vor allem mit welchen Ersatzteilen. Das interessierte uns aber im Moment nicht, da wir damit beschäftigt waren keinem wilden Tier vor die Nase zu laufen, da unser Koch nicht bewaffnet war. Bei Einbruch der Dunkelheit kamen wir im Camp an. Das wir völlig erschöpft waren, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Aus den paar Kilometern wurde viele, ganz viele Kilometer. Am nächsten Morgen, nach einer Nacht unter freiem Himmel, da die Zelte auf dem Landcruiser waren, mittlerweile Tag 6, kam der Fahrer zu Fuß ins Camp. Er meinte der Wagen sei hier nicht zu reparieren, er würde ihn nach Karatu zurückschleppen lassen. Er wolle nun ein neues Fahrzeug aus Arusha per Funk anfordern. Zufällig hatte das Unternehmen ein weiteres Fahrzeug gerade in Mto Wa Mbo, man wolle es sofort losschicken. Am späten Abend kam es dann auch an. Wir beschlossen am nächsten Morgen ganz früh aufzustehen um den ganzen Tag zu nutzen... Tag 7!: Frisch motiviert, neues Auto, Fahrer und Koch keine Malaria und von uns keiner von Löwen gefressen worden setzten wir unsere Oydise fort. Klaus meinte noch:" pass auf, gleich bleibt der Wagen liegen, weil wir keinen Sprit mehr haben". Keine 20 Minuten später stockte die Karre tatsächlich und blieb liegen. Der Fahrer sah zu uns nach hinten und meinte nur: "no panic". Er stieg aus klappte die Motorhaube hoch und sein Kopf verschwandt im Motorraum. Nach wenigen Augenblicken sah er wieder hoch und meine:" Engine finisht".... Jetzt war der Zeitpunkt gekommen einen cholerischen Anfall zu kriegen, welchen wir alle ausgiebig auslebten. Nachdem dieser ausgiebig ausgelebt war, gingen wir die "paar" Kilometer zurück ins Lager, schnappten uns das Funkgerät und funkten das Safariunternehmen in Arusha an. Erneuter cholerischer Anfall. Der Touroperator versprach ein Flugzeug zu schicken, da ja auch mittlerweile Tag 7 unserer Safari war und einige von uns morgen ihren Flieger kriegen mußten. Eine Stunde später landete tatsächlich ein kleines Privatflugzeug neben der Camp-Site. Wir schnappten unser Gepäck und ranten hin. Der Pilot fragte uns, ob wir die Gäste für den Flieger wären. Natürlich waren wir es! Also nichts wie eingestiegen und los. Der Flug über die Weiten der Serengeti war traumhaft schön. Als wir zum Landeanflug auf den kleinen Arusha Airport ansetzten sagte der Pilot, er müssen noch eben auftanken und dann würden wir weiter bis nach Malawi fliegen. Malawi?!? Nach Landung und kurzer Diskussion kam raus, das war nicht unser Flugzeug und wir waren nicht seine Gäste, die er ursprünglich aus dem Camp abholen sollte. Ich brauche nicht näher erläutern, dass es auf dem Flughafengelände ein Riesentheater gab, mit Polizei und allem drum und dran. Letztendlich müßten wir den Flug bezahlen. Kurz und gut: die 7 Tage Safari mit einem "renomierten" Safariunternehmen haben jeden von uns 1450 US Dollar gekostet. Der Flieger war noch "relativ" billig, hat jeden von uns nur 150 US $ gekostet. Wir haben versucht das Geld von dem Touroperator zurückzubekommen. Leider ohne Erfolg. Wir versuchten noch zu klagen, aber dafür muss man sich monatelang im Land aufhalten. Bis man dann, wenn überhaupt einen Gerichtstermin bekommt. Alles in allem sind wir froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Ein Jahr später ist eine Touristin ums Leben gekommen, als sie von einem Krokodil angefallen wurde, nur weil der Safariguide meinte in dem See an dem sie waren, kann man ruhig baden - Pole sana! Einige von uns haben
sich aber trotzdem in dieses Land verliebt und sind geblieben. Wir überlegten
uns, was kann man wie besser machen. Aus diesen Überlegungen ist
u.a. der Freundeskreis entstanden. Ausser dem ursprünglichen Vermitteln
von Praktikumsplätzen führen wir nun auch selbst mit den vermittelten
Teilnehmern Safaris durch und dies mit sehr großem Erfolg.
|
|