Cholera
ist eine schwere Darmerkrankung.Über stuhlverunreinigtes
Trinkwasser oder kontaminierte Nahrung gelangen die Erreger in den
Dünndarm.
1992 wurden in 68 Ländern der Welt 461 783 Cholera-Erkrankungen mit über
8000 Todesfällen gemeldet, die meisten Erkrankungen nämlich (354
089) traten in Südamerika auf. In Europa gab es 1992 rund 20 überwiegend
importierte Cholera-Fälle.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 2-5 Tagen beginnt die Erkrankung mit Übelkeit,
Erbrechen und sogenannten "reiswasserartigen" Durchfällen. Die ausgeschiedenen
Flüssigkeitsmengen können 25 Liter pro Tag erreichen. Es entwickelt
sich eine Flüssigkeitsunterversorgung des Körpers, auch Exsikkose
genannt. Erstes Symptom der Austrockung ist vielfach Heiserkeit. Es kann dann
zu Muskelkrämpfen in den Waden, zu Nierenversagen (Oligurie, Anurie) und
dann zum Kollaps kommen. Das Blut kann durch den Flüssigkeitsverlust so
eingedickt sein, daß es zu Gefäßverschlüssen kommt. In
den schwersten Fällen kann der Patient schon innerhalb einer Stunde nach
Einsetzen der Symptome einen sehr niedrigen Blutdruck entwickeln und dann innerhalb
von 2-3 Stunden versterben. Manchmal sterben die Patienten bevor die Durchfälle
angefangen haben. Die Letalität liegt bei unbehandelten Fällen um
60 %, bei der durch Vibrio El Tor verusachten Form bei 15-30 %. Bei ausreichender
Behandlung liegt sie unter 1 %. Bei Infektionen durch Vibrio El Tor verläuft
die Cholera milder als bei der klassischen Cholera.
Diagnose:
Es kann die Diagnose Cholera durch Nachweis des Erregers in Stuhl und
Erbrochenem gestellt werden.
Vorbeugung:
Eine Schutzimpfung können wir nicht mehr empfehlen. Da sie keinen ausreichenden
Schutz gegen eine Infektion bietet. Daher kommt der
Therapie:
besondere Bedeutung zu. An erster Stelle in der Therapie der Cholera
steht der rasche Ersatz der verlorenen Flüssigkeit und Elektrolyte sowie von
Zucker (Glucose). Für die Therapie in Endemiegebieten, in denen ausreichende
Mengen intravenöser Infusionsflüssigkeit nicht zur Verfügung
stehen, hat die WHO eine oral zu verabreichende Salz- und Glukoselösung
in Wasser entwickelt. Diese besteht aus folgenden Komponenten:
- Glukose |
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20 g/l |
- Natriumbikarbonat |
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2,5 g/l |
- Natriumchlorid |
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3,5 g/l |
- Kaliumchlorid |
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1,5 g/l |
Mit dieser
Lösung ist es möglich, Flüssigkeitsverluste
durch den Dünndarm auszugleichen. Bei schweren Fällen über
7 Liter pro Tag muß ein intravenöser Flüssigkeitsersatz
erfolgen. Zusätzlich erfolgt eine Antibiotikatherapie. Sie tötet
die Bakterien im Darm ab, kann den Flüssigkeitsersatz jedoch nicht
ersetzen. |